Mittwoch, 11.7.2007. Von Besançon nach Dole (64 Km)

Besançon >Beure >Torpes > Boussieres > Osselle > Routelle > Roset > Salans > Fraisans >Rans > Etrepigney > Orchamps >Audelange > Rochefort-sur-Nenon > Dole

Zeit für eine zoologische Zwischenbilanz: ein toter Dachs, ein Nutria (ebenfalls in leblosem Zustand), einige Silberreiher, gestern zwei Wanderfalken und heute zwei Eisvögel. Natürlich neben den üblichen Verdächtigen, also Graureiher, Bussarde und Milane, Lerchen, Mauersegler und Schwalben, die in Frankreich so schön "Hirondelles" heissen.

Heute zuerst noch etwas mehr oder minder unfreiwilliges Sightseeing in Besançon. Wasser und Proviant wird gekauft und anschliessend suchen wir einen Weg zum Parc de la Gare de l'Eau. Dort soll der Einstieg zum Fluss begleitenden Radweg sein (auch ein Teilstück des schon angesprochenen Euroveloweges), der übrigens letztes Wochenende erst eingeweiht wurde. Bis Saint Vit soll man dort auf asphaltierter Trasse radeln können. Leider erwischt uns gleich zu Beginn im Parc de la Gare de l'Eau der erste (Platz-)Regenguss des Tages. Zwar können wir selbst unter Bäumen halbwegs Schutz finden, doch ich bemerke nicht, dass mein Rad und damit auch meine Sitzmatte im Regen steht. Als ich mich später dann hinsetze, hab ich flugs ein nasses Hinterteil…da kommt gleich am Anfang der Tagesetappe Freude auf…tja…

Es wird erneut eine Aprilwetterfahrt. Mal dunkle Wolken, die heftige, dafür aber nur kurze Regengüsse bringen, dann gleich wieder Aufheiterungen mit Sonnenschein, bevor schon wieder die nächste Wolkenwand anrückt. Wir sind dauernd damit beschäftigt, die Kleidung den momentanen Temperaturen anzupassen: bei Regen ist's natürlich relativ kühl und bei Sonnenschein schwitzt man sofort, man kennt das ja. Und irgendwie ist auch unsere Laune dementsprechend - so recht Freude am Radeln will heute einfach nicht aufkommen. Obwohl es im Prinzip gut rollt und die Landschaft wieder sehenswert ist. Zuerst bleibt das Flusstal so eng und gewunden wie gestern auch schon, aber etwa ab Saint Vit wird es flacher, das Tal wird weiter, was uns aber nicht vor einigen giftigen Anstiegen in Roset und Salans bewahrt. Erneut dient das Häuschen einer Bushaltestelle als Regenschutz. Unterstellen - abwarten - Apfel essen - weiterfahren.

Langsam nähern wir uns Dole. Zuerst versuchen wir in Rochefort-sur-Nenon ein Zimmer zu bekommen. Der Ort liegt schön, der Fluss wird hier durch ein Wehr und eine Schleusenanlage in die Breite gezogen und das ganze Ambiente mit den vorspringenden Felsen erinnert sehr stark an den Ort Kallmünz im Naabtal. Doch am frühen Nachmittag ist in Rochefort tote Hose. Das Hotel öffnet erst um fünf Uhr und solange wollen wir dann doch nicht warten. Also rollen wir gemächlich weiter in das etwa zehn Kilometer entfernte Dole. Und die Einfahrt in die Stadt ist wirklich vom Feinsten: man gleitet am Kanal entlang, unter altehrwürdigen Platanen dahin und plötzlich ist man schon am Yachthafen und kann das Panorama mit der Kathedrale und den alten Bürgerhäusern geniessen.

Wir tun jetzt doch genau das, was wir eigentlich auf dieser Reise vermeiden wollten: wir konfrontieren uns mit den grösseren Städten. Nach Montbeliard und Besançon sind wir jetzt schon in der dritten Stadt gelandet. Zudem werden wir morgen einen Pausentag hier in Dole einlegen. Die Stadt scheint auf den ersten Blick sehr sehenswert zu sein (was sie auch auf den 2. und 3. Blick bleibt), das Hotelzimmer im Hotel de la Cloche ist geräumig und uns ist nach fünf Velotagen bei teilweise recht durchwachsenem Wetter erstmal ein bisschen die Puste ausgegangen. Ausserdem ist der erste Reiseabschnitt, die Fahrt entlang des Doubs, hier zu Ende, ein Kapitel ist beendet und das neue beginnen wir übermorgen.