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Karsamstag, Fahrt zur Insel Reichenau. Es geht parallel zum Schiener Berg nach Osten, also zum Bodensee. Moos heisst der Ort, an dem wir sein Ufer erreichen werden. Nach ein paar Kilometern schieben sich links die Vulkane ins Blickfeld, der Hohentwiel, der Hohe Krähen und wie sie alle heissen. Und wenn man eh dieses Bild auf sich wirken lässt und anhält und die Kamera zückt, dann kann man sich auch gleich mit Sonnenschutzzeugs eincrêmen, denn die Sonne ist recht aggressiv oder intensiv (je nachdem, wie man das sehen will) und hat uns gestern schon fast einen Sonnenbrand an Oberarmen und im Gesicht beschert. Schutzfaktor 12 hilft heute wahrscheinlich auch nur bedingt, aber wir haben nur das zur Verfügung. Tja, die Sonne. Wenn man da zB. so auf dem Radweg neben der Strasse von Radolfzell nach Konstanz gleitet und den mehr als zähfliessenden und nicht abreissen wollenden Autoverkehr wahrnimmt, kommt man automatisch ins Sinnieren. Grad mit den Bildern der Sturmschäden vor Augen, und der gestern in den Nachrichten verfolgten Diskussion über den Wortlaut des Klimaprotokolles noch im Hinterkopf (wo die üblichen Verdächtigen sich vehement dagegen aussprachen, dass man das Kind beim Namen nennt und die dann lange um den Wortlaut gefeilscht haben) ach, was soll's! Der Planet wird's überleben. Und wenn wir uns unseren eigenen Lebensraum zerstören, weil wir es trotz unserer Intelligenz nicht auf die Reihe kriegen, so geschieht es uns ganz recht. Vorgestern lief ein sehr gut gemachter Naturfilm über die Weltmeere und ihre Bewohner im TV: "Deep Blue". Und angesichts der Schuld, die wir Menschen auf uns geladen haben und permanent weiter anhäufen, gibt's sowieso keine Vergebung mehr für uns. Reichlich düstere Gedanken an diesem sonnigen Morgen. Aber kann man das Eine noch ohne das Andere sehen? Oder verdrängen? Oder was sonst? Oder liege ich so falsch? Wie auch immer. In Radolfzell offeriert uns ein sehr freundlicher Wirt, der gerade sein Strandcafé öffnet, einen Logenplatz direkt mit Sicht auf die glitzernde Wasserfläche. Zeit für eine kleine Pause, einen Café Crême, ein Croissant. Und natürlich um einen Blick auf die Landkarte zu werfen. Heute steht mal die Reichenau auf dem Programm, die "Gemüseinsel". Weltkulturerbe der Unesco. Ich war zwar vor zwei Jahren mal kurz da, hab es aber nur bis zur romanische Kirche gleich hinter dem Zufahrtsdamm geschafft. Ansonsten haben wir das Eiland bisher immer links (oder rechts) liegen gelassen. Heute jedoch steht die Reichenau als Hauptpunkt auf dem Programm. Die drei Kirchen romanischen Ursprungs sind natürlich Pflicht. Wirklich sehenswert sind dann aber die Nebenschauplätze: all die (unspektakuläreren?) architektonischen Kleinode, die Bauern- und Fischerhäuschen, die Villen. Und all die knorrigen Bäume, deren Rinden jetzt im noch unbelaubten Zustand so schön sichtbar sind. Und natürlich die momentan zu bewundernde Blumenpracht: viel Gelbes kontrastiert da zum Beispiel komplementär mit violett. Auf dem Turm von St. Peter und Paul tut ein Turmfalkenpärchen recht geschäftig, ihre hellen Schreie hallen weit über den Vorplatz. Später entdecken wir am Eingang des Campingplatzes ein Selbstbedienungsrestaurant. Das Resto ist jetzt zwar nicht der Grund unserer Euphorie (obwohl der Apfelkuchen nicht von schlechten Eltern ist), wohl aber die Aussicht! Linkerhand kann man den Fjord des Untersees in Richtung Stein am Rhein entlang blicken, rechterhand der Zellersee mit den Vulkanen am Horizont. Toll. Tja und das alles (fast) direkt vor unserer Haustür Nachdem wir auch noch den kleinen Hügel in der Mitte der Insel erklommen haben, radeln wir wieder den selben Weg zurück nach Ramsen. Diesmal mit etwas anderer Stimmung, denn der Himmel hat sich mit Wolken überzogen und auf den letzten Metern geben wir nochmals Gas, weil die ersten Regentropfen unsere Haut netzen. Schade, dass man abends nicht so schön draussen sitzen kann wie gestern. Aber das Wetter wird ja morgen wieder besser sein. |
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