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Donnerstag, 20. August 2009

Von Amboise nach Azay-le-Rideau (59 Km)

         
Das war gestern wirklich ein sehr angenehmer Abend, der uns wohl noch eine zeitlang in Erinnerung bleiben wird, mit dem Sonnenuntergang über dem Fluss und so. Der Ventilator auf dem Zimmer beschert uns halbwegs akzeptable Temperaturen und wenigstens diese Nacht haben wir einigermassen gut geschlafen.

Dafür bin ich heute Morgen mal wieder mit dem falschen Fuss aufgestanden und nerve mich tierisch über meinen Helm, den ich mir kurz vor der Reise gekauft habe. Der wievielte Versuch ist das nun schon, mich an so einen Deckel zu gewöhnen? Ich hasse einfach das Gebändsel unter dem Kinn, das macht mich regelrecht klaustrophobisch, so als ob mir immer jemand die Kehle zuschnüren würde, obwohl der Riemen in Wirklichkeit nur ganz locker eingestellt ist. Neurotiker, der ich bin.

So grummle ich auf den ersten Kilometern dieses Tages vor mich hin und versuche, wieder halbwegs in die Gänge zu kommen. Wir verlassen das Loiretal in Richtung Süden und ich hab dummerweise die Abzweigung in die geplante kleinere Strasse vergeigt.

Wir fahren also irrtümlich an der Pagode de Chanteloup vorbei und finden uns auf der nicht gerade ruhigen D 31 nach Blère wieder. Kurz vor dem Fluss Cher gibt's auch noch einen Kreisverkehr mit einer Abzweigung, die uns erneut auf eine unerwünscht betriebsame Strasse leitet. Wir wollen auf die kleine D40, kommen aber nur auf die D140.

Im nächsten Ort, in Dierre, korrigieren wir das und jetzt stimmt's wieder. Auch für mich, also innerlich und so.

 
 

Überhaupt überzieht sich der Himmel heute mit Wolken und ein frisches Lüftchen weht. Wird uns doch nicht etwa ein Regenguss vergönnt sein? Mittlerweile wünscht man sich ja so was. In weitem Bogen umfahren wir nun Tours, ziehen auf kleinen Strassen durch die Lande und erreichen den Fluss Indré beim Städtchen Veigné. Hier oder in der nächsten Stadt, Montbazon, haben wir schon mal auf einem Campingplatz übernachtet. Wir können uns noch gut an den Eisvogel erinnern.



Mittlerweile ist das Radeln sehr angenehm geworden. Die Temperaturen halten sich in einem vernünftigen Rahmen und die nun folgende Fahrt entlang des Indré ist sehr ruhig - kaum Autoverkehr, kaum Touristen. Das ändert sich natürlich in Azay-le-Rideau, ganz klar. Doch der Andrang hält sich in Grenzen und es sind eh meist Tagestouristen, die sich das Schloss ansehen und die ein oder zwei Altstadtgässchen, die zum Schloss hinführen.

Dieses Schloss lassen wir heute sein (manchmal schlägt auch bei uns der Geiz zu, obwohl uns auf Reisen das Geld eher recht locker in der Tasche sitzt. Doch 15 Euro Eintritt sind uns heute einfach zuviel, vor allen Dingen, da wir eh nur aussen im Park gewandelt wären) und erkunden dafür den Ort selber noch ein bisschen genauer. Unten am Fluss gibt's eine recht nette Grünanlage, die fast ein wenig japanisch anmutet.

Wir haben diesmal ein kühles Hotelzimmer mit Blick auf den von grossen Bäumen geprägten Innenhof, in dem sich auch das Restaurant befindet. Das Essen dort bleibt die einzige kulinarische Enttäuschung auf dieser Reise, allerdings machen wir Bekanntschaft eines älteren Ehepaares aus Seattle, das hier ebenfalls mit den Rädern unterwegs ist. Allerdings mit Leihrädern und Gepäcktransport. Sie schwärmen von den wunderbaren kleinen Strassen, jammern jeodch über ihre schweren Leihräder - zuhause sind sie immer mit Rennrädern unterwegs.