Das war gestern wirklich
ein sehr angenehmer Abend, der uns wohl noch eine zeitlang in
Erinnerung bleiben wird, mit dem Sonnenuntergang über dem
Fluss und so. Der Ventilator auf dem Zimmer beschert uns halbwegs
akzeptable Temperaturen und wenigstens diese Nacht haben wir
einigermassen gut geschlafen.
Dafür bin ich heute Morgen mal wieder mit dem falschen
Fuss aufgestanden und nerve mich tierisch über meinen Helm,
den ich mir kurz vor der Reise gekauft habe. Der wievielte Versuch
ist das nun schon, mich an so einen Deckel zu gewöhnen?
Ich hasse einfach das Gebändsel unter dem Kinn, das macht
mich regelrecht klaustrophobisch, so als ob mir immer jemand
die Kehle zuschnüren würde, obwohl der Riemen in Wirklichkeit
nur ganz locker eingestellt ist. Neurotiker, der ich bin.
So grummle ich auf den ersten Kilometern dieses Tages vor mich
hin und versuche, wieder halbwegs in die Gänge zu kommen.
Wir verlassen das Loiretal in Richtung Süden und ich hab
dummerweise die Abzweigung in die geplante kleinere Strasse
vergeigt.
Wir fahren also irrtümlich an der Pagode de Chanteloup
vorbei und finden uns auf der nicht gerade ruhigen D 31 nach
Blère wieder. Kurz vor dem Fluss Cher gibt's auch noch
einen Kreisverkehr mit einer Abzweigung, die uns erneut auf
eine unerwünscht betriebsame Strasse leitet. Wir wollen
auf die kleine D40, kommen aber nur auf die D140.
Im nächsten Ort, in Dierre, korrigieren wir das und jetzt
stimmt's wieder. Auch für mich, also innerlich und so.
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Überhaupt überzieht sich der Himmel heute
mit Wolken und ein frisches Lüftchen weht. Wird
uns doch nicht etwa ein Regenguss vergönnt sein?
Mittlerweile wünscht man sich ja so was. In weitem
Bogen umfahren wir nun Tours, ziehen auf kleinen Strassen
durch die Lande und erreichen den Fluss Indré
beim Städtchen Veigné. Hier oder in der
nächsten Stadt, Montbazon, haben wir schon mal
auf einem Campingplatz übernachtet. Wir können
uns noch gut an den Eisvogel erinnern.
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Mittlerweile ist das Radeln sehr angenehm geworden. Die Temperaturen
halten sich in einem vernünftigen Rahmen und die nun
folgende Fahrt entlang des Indré ist sehr ruhig - kaum
Autoverkehr, kaum Touristen. Das ändert sich natürlich
in Azay-le-Rideau, ganz klar. Doch der Andrang hält sich
in Grenzen und es sind eh meist Tagestouristen, die sich das
Schloss ansehen und die ein oder zwei Altstadtgässchen,
die zum Schloss hinführen.
Dieses Schloss lassen wir heute sein (manchmal schlägt
auch bei uns der Geiz zu, obwohl uns auf Reisen das Geld eher
recht locker in der Tasche sitzt. Doch 15 Euro Eintritt sind
uns heute einfach zuviel, vor allen Dingen, da wir eh nur
aussen im Park gewandelt wären) und erkunden dafür
den Ort selber noch ein bisschen genauer. Unten am Fluss gibt's
eine recht nette Grünanlage, die fast ein wenig japanisch
anmutet.
Wir haben diesmal ein kühles Hotelzimmer mit Blick auf
den von grossen Bäumen geprägten Innenhof, in dem
sich auch das Restaurant befindet. Das Essen dort bleibt die
einzige kulinarische Enttäuschung auf dieser Reise, allerdings
machen wir Bekanntschaft eines älteren Ehepaares aus
Seattle, das hier ebenfalls mit den Rädern unterwegs
ist. Allerdings mit Leihrädern und Gepäcktransport.
Sie schwärmen von den wunderbaren kleinen Strassen, jammern
jeodch über ihre schweren Leihräder - zuhause sind
sie immer mit Rennrädern unterwegs.
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