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Am Morgen des Christi Himmelfahrtstages sieht man uns in der Tram zum Zürcher Flughafen sitzen, zusammen mit immer mehr Reisenden, die sich, anders als wir, bald in die Lüfte schwingen werden. Wir bleiben lieber auf dem Boden (der Tatsachen?) und nehmen unser Leihauto in Empfang. Zugeteilt bekommen wir einen fast nagelneuen schwarzblauen Peugeot 308. Da muss man sich erst mal zurecht finden: Bordcomputer, Rückfahrkamera, dazu Anzeigen und Warntöne für dies und das. So selbsterklärend ist das alles nicht, besonders wenn man keine Erfahrung mit modernen Fahrzeugen hat. Als Ausgleich dafür prangt auf dem Lenkrad ein Kätzchen bzw. ein Löwe, das ist doch auch was.

Wir lassen es an diesem ersten Tag ruhig angehen, verzichten auf die Autobahnen und Schnellstrassen und rollen südlich an Basel vorbei durch den Jura, verlassen die Schweiz auf Schleichwegen und tigern durch das Franche Comté. Bis Montbeliard soll es auf dieser ersten Etappe gehen. Während der Fahrt haben wir uns dort ein Hotelzimmer reserviert, doch in Montbeliard angekommen gleicht die Suche nach demselben einer wahren Odyssee. Wie oft ich durch die engen Altstadtgassen - alles Einbahnstrassen - gefahren bin, ohne die Zufahrt zu unserem Hotel zu finden, hab ich nicht mitgezählt. Gefühlt war es bestimmt ein Dutzend Mal. Dabei sind wir Luftlinie, oder "as the crow flies" wie man in anglophonen Ländern wohl sagt, nur hundert Meter davon entfernt. Schliesslich macht sich Margrit zu Fuss auf den Weg zum Hotel, um sich von der Dame an der Rezeption den Zufahrtsweg beschreiben zu lassen. Ach so, man soll unberechtigterweise bzw. mit Ausnahmegenehmigung durch die Fussgängerzone fahren. Muss man halt wissen...

Tja, Montbeliard am Christi Himmelfahrtstag. Da werden Erinnerungen an unsere 2008er Reise geweckt, denn auch heute sind hier die Trottoirs hochgeklappt. Bis auf einen Schnellimbiss haben alle Restaurants und Bars und Bistros geschlossen. Immerhin kann man sich dort wenigstens den Magen füllen.

 
Ganz "interessant" unser Hotelzimmer: Die Toilettentür ist abhanden gekommen, stattdessen übernimmt nun ein Vorhang den Sicht- und sonstigen Schutz. Allerdings ist dieser so knapp bemessen, dass er nur die Hälfte der Türöffnung abdeckt. Da kann man dann wirklich viel mit dem/der Zimmergenossen/in teilen...

Weiter geht es gen Westen. Bei regnerischem Wetter rollen wir zur Loire. Digoin heisst das zweite Etappenziel. Nachmittags ist die Regenfront nach Osten abgezogen und wir können Zeit am Fluss verbringen. Es gibt hier ein kleines Museum über die Loire, mit Aussicht über den Fluss und den angrenzenden Ländereien.

Bei Chateauroux treffen wir am nächsten Tag auf den Indre. In der Ortschaft Buzançais wartet ein Zimmer in einem zum Hotel umgebauten Herrenhaus auf uns. Direkt am Fluss gelegen, befindet sich der weitläufige Garten in einer Art Dornröschenschlaf. Maulwurfshügel, verrostete Gewächshäuser, verwahrloste Beete. Etwas Zuwendung durch einen Gärtner wäre hier keine schlechte Idee. Das Abendessen ist jedoch grandios.

Wir folgen dem Indre bis zu dessen Mündung in die Loire. Bei Bréhémont, einer Ortschaft, die wir beide sehr mögen, treffen wir wieder auf den grossen Fluss. Hier findet ein Oldtimer-Treffen statt, was mich diesmal, aus der Warte des Autolenkers gesehen, durchaus interessiert. Nachdem wir die liebevoll gepflegten Zeugnisse früherer Ingenieurskunst bewundert haben, folgen wir der Loire auf altbekannten Wegen, rollen an Rigny-Ussé vorbei und durch Candes-St.-Martin und Montsoreau hindurch und treffen schliesslich im "Les Terrasses de Saumur" ein, das mittlerweile eines unserer Lieblingshotels zu werden "droht".

 

 
       
   
Bei Verdun-sur-le-Doubs fliessen Saône und Doubs zusammen.      
   
Digoin. Die Kanalbrücke über die Loire im Morgendunst.  
 
Bei Bréhémont erreichen wir erneut die Loire.  
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