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| Mittwoch, 28.8.
- Jargeau bis Crouy-sur-Cosson, 65 km
Was zeigt uns der morgendliche Blick aus dem
Fenster? Pfützen! Autos mit eingeschalteten Scheibenwischern! Missmutig
schauen wir uns an, verstauen unsere Ausrüstung in die Packtaschen, trübes
Regenwetter schlägt halt irgendwann dann doch auf die Stimmung. Nach dem
Frühstück ist es aber trocken und ich möchte fast meinen, dass die Bewölkung
eher nach Nebel als nach Regenwolken aussieht, irgendwie ist die Struktur
anders. Im Augenblick jedenfalls bleiben Regenhose, Handschuhe und Gamaschen
in der Packtasche Wir benutzen den Wirtschaftsweg auf der Dammkrone,
es ist sehr ruhig, keine Autoverkehr plagt uns, immer wieder sind uns
Ausblicke auf die Loire vergönnt. Einmal eine Anzahl schnatternder Wildgänse
auf einer Sandbank, dann wieder eine Schar Rebhühner, die durch unser
leises Rollen aufgeschreckt werden. Es bleibt trocken und ist warm und
etwas windig und wir sind wieder guter Dinge. Nach der bisherigen Erfahrung
mit dem Strassenverkehr und vor allen Dingen weil uns der gestrigen Sturz
noch in den Knochen steckt, wollen wir auf die grossen Städte verzichten
- Orleans, Tours, Nantes, Angers, wir werden sie umfahren, vielleicht
später mal auf einer anderen Reise besichtigen. Heute jedenfalls fahren wir südlich an Orleans vorbei (Jeanne d'Arc, tut uns leid, das nächste Mal…), pirschen uns auf direkten Wege an das Chateau Chambord heran. Das funktioniert ganz gut, zwar finden wir zweimal an Kreuzungen nicht auf Anhieb den richtigen Weg, indes wir komme ziemlich gut durch. Ein kleines, gewundendes Strässlein geleitet uns nach Ardon, das wir erst erreichen nachdem wir uns am Strassenrand Spaghetti gekocht haben. Das Wetter wird freundlicher, sogar die Sonne traut sich heute schon durch die Wolken! Radlerherz, was brauchst Du mehr zu Deinem Glück? Es folgen sechs Kilometer auf kerzengerader,
aber ruhiger Landstrasse bevor bei Jouy-le-Potier die schönste Passage
des Tages beginnt: etwas zehn Kilometer kleiner Asphaltweg durch einen
verwunschenen Mischwald. Mit Moos-, Farn- und Grasböden, Eichen, Buchen,
Birken, Kiefern und anderen Laub- und Nadelhölzern. Die Sonne kommt durch
und das Spiel von Licht und Schatten tut ein Übriges um diesen Abschnitt
zu einem zauberhaften Erlebnis zu machen. Bei Ligny-le-Ribault gibt's
einen Kaffee am Dorfplatz, dann begleitet uns auf der Strecke nach La
Ferté-St.-Cyr ein Rennradfahrer, fährt langsam in zweiter Reihe neben
uns her, um mit uns, resp. mit Margit zu plaudern - zuhause tun das die
Rennradler irgendwie nicht so gerne… Der Campingplatz in Crouy-sur-Cosson liegt direkt auf unserer Einflugschneise. Unser Zelt darf heute wieder zum Einsatz kommen, eine grosse Eiche breitet schützen ihre Arme darüber aus, ich finde im Dorfladen sogar zwischen verschimmelndem Gemüse noch etwas Essbares um uns abends was Feines kochen zu können. Ein Radler der zwei Monate in der Bretagne unterwegs war zeltet neben uns, sowas gibt immer Gelegenheit zu einem Erfahrungsaustausch. Das Wetter soll besser werden! |
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