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Wir machen Fortschritte! Heute früh regnet es nicht mehr, es nieselt nur noch! Ausserdem ziehen die Wolken nicht auf Ellbogenlänge über dem Boden dahin, sondern recht hoch und ab und an sieht man sogar ein Stück blauen Himmels durch die Wolken. Als wir losfahren, hört der Regen ganz auf und es wird den ganzen Tag trocken bleiben. Es geht hinaus in die Plaine de l'Orbe. Nomen es omen und die ersten zwanzig Kilometer radeln wir heute durch brettl-ebene Landschaft. Kleine Wirtschaftswege durch fruchtbares Ackerland. Rechts könnte man den Jura sehen, wenn man schönes Wetter hätte. Aber ich will mich nicht beschweren, denn heute fährt es sich wirklich angenehm. Es ist nicht zu kühl und bleibt trocken und weit voraus wird der Himmel immer heller und freundlicher. Allerdings zeigt der Blick zurück dunkle Regenwolken. Nur weg von hier In La Sarraz eine Kaffeepause. Dann verirren wir uns gründlich, weil die Wegweisung hier entweder fehlt oder widersprüchlich interpretiert werden kann. Jedenfalls ziehen wir ein paar Schleifen, verschenken ein paar Kilometer und klettern auf einer stark befahrenen Strasse zweimal auf ein Plateau hinauf, wo es doch eigentlich im Talgrund so gemütlich das Flüsschen Venoge entlang gehen sollte. Man müsste halt den Weg finden, das ist das Problem! Naja, immerhin gibt's von dort oben einen schönen Rundumblick und das ist schliesslich auch was wert. Als wir dann doch wieder Anschluss an die Route finden, müssen wir mit einem morastigen Waldweg vorlieb nehmen, der ein paar kurze aber steile Steigungen aufweist. Das ist die schlechteste Wegebeschaffenheit bisher und diese Strecke kostet sehr viel Energie. Es stellt sich uns generell die Frage, ob man mit Gepäck nicht lieber auf kleinen Landstrassen unterwegs ist - wie später dann in Frankreich - und etwas Autoverkehr akzeptiert, als dass man sich diese unbequemen Naturstrassen antut. |
Ausserdem sind auf diesen kleinen Wegen auch noch all die Hundebesitzer unterwegs und das sind immer ganz sensible Begegnungen. Einmal passiert es mir, dass drei - zugegebenermassen ganz kleine - Hunde auf mich zukommen, mich anbellen und einer mich ins Bein zwicken will, und ein Weiterfahren unmöglich machen. Der dazu gehörige Herr reagiert erst, als ich in wütend bitte, seine Köter gefälligst zurück zu nehmen. Solche Zwischenfälle sind einfach ärgerlich und jedes Mal, wenn man von weitem Mensch und (freilaufenden) Hund sieht, bimmeln die Alarmglocken. Wir kommen jetzt an den Genfer See und fädeln uns in den Rhône-Radweg ein, schon latent auf der Suche nach einer Bleibe für die Nacht. Die Durchfahrt durch Morges erweist sich als recht unangenehm, weil es keinen Radstreifen gibt und man auf einer zweispurigen Hauptstrasse im heftigen Berufsverkehr die Fahrspuren wechseln muss. Hier stelle ich den einzigen Nachteil meines Liegerades während der ganzen Reise fest: ich kann nicht von der linken auf die rechte Fahrspur wechseln, weil ich nicht nach schräg hinten blicken kann und ich auf der rechten Seite des Lenkers (noch) keinen Rückspiegel habe. Aber irgendwie geht's dann schon. Weitaus unangenehmer ist, dass wir auf dieser dicht befahrenen Strasse noch eine rechte Weile bleiben müssen, zumindestens bis zum Örtchen St.-Prex, in dem wir ein Hotelzimmer zu finden hoffen. Das wäre ein nettes Etappenziel, denn wir radeln hier durch freundliche Altstadtgassen und sind direkt am See. Aber leider gibt es dort keine Übernachtungsmöglichkeit. In der Touristen-Information schickt man uns weiter ins Dörfchen Etoy, ein bisschen vom See abgewandt, in dem wir in einem renovierten, modern hergerichteten und zweckentfremdeten Rathausgebäude unterkommen: ein von der Gemeinde geführtes und sehr sympathisch wirkendes Hotel. |
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Sieht besser aus als gestern, oder? | |||||
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Naja...nicht wirklich... | |||||
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