Mittwoch, 30.5.2007. Von Iznang bis Kressbronn
Strahlend blau präsentiert sich heute das Firmament. Man möcht's nicht glauben! Angesichts des gestrigen Mistwetters. Als ob das nur ein sonderbarer Traum gewesen wäre. Nun, freuen wir uns einfach und hoffen, dass uns das schöne Morgenwetter noch ein Weilchen erhalten bleiben möge!

Wir gleiten also frohen Mutes aus Iznang hinaus und auf nassen Naturwegen ins nächste Örtchen, nämlich nach Moos hinein. Dort decken wir uns im nächsten Supermarkt nicht nur mit Proviant für die nächsten Stunden ein, sondern amüsieren uns auch noch über drei Jungs, die, feinsäuberlich nebeneinander kniend, die Passanten mit einem Blockflöten-Konzert unterhalten. Tja, wenn man noch so jung ist und das alles so drollig aussieht, da wird einem dann gerne der ein oder andere Groschen in die umgedrehte Baseballkappe geworfen…

Die nächsten Kilometer kennen wir von unserer Ostertour her: wir radeln entlang des Schilfgürtels bis Radolfzell. Dort an der Seepromenade entlang (heute ist es genauso schön und warm wie damals), durch die Wohnsiedlungen hindurch und durch das Markelfinger Ried. Dann brav entlang der B33 nach Allensbach. Wieder fasziniert das Panorama mit den Vulkanen, wieder liegt alles wie frisch geputzt und aufgeräumt vor uns. Und schon radeln wir durch das lang gezogene Gewerbegebiet nach Konstanz hinein. Kaum donnern neben einem die Lastwagen, sinkt der Energiepegel und man ist genervt und gestresst, auch wenn man auf einem separaten Radweg fahren kann. Nun, die Erlösung lässt nur ein paar Minuten auf sich warten, denn plötzlich befinden wir uns auf der Konstanzer Seepromenade und die riesige Wasserfläche des Sees tut sich vor uns auf -mit einem Blick auf die weiss schimmernde Gebirgskette, denn die letzten zwei Tage ist die Schneefallgrenze rapide gesunken. Angesichts solcher Pracht kehren dann auch die Lebensgeister wieder zurück (zwei Bananen tun das ihrige dazu…).

Auch die Fahrt mit der Fähre nach Meersburg ist bei solch schöner Witterung natürlich ein Genuss. Und gegen eine Mittagspause in Meersburg ist als solches auch nichts einzuwenden. Im Gegenteil. Schliesslich muss man sich für die kommenden Kilometer wappnen. Damit meine ich die Passage zwischen Immenstaad und bis hinter Friedrichshafen. Während man noch ganz prima aus Meersburg hinaus gleiten darf, zwischen Weinbergen immer wieder einen Blick über den See werfen kann, muss man sich - eben bei Immenstaad - plötzlich mit der B31 auseinander setzen. Das geht so immer neben dem Autoverkehr durch Immenstaad hindurch und ein paar Kilometer weiter durch Fischbach und dann nach Friedrichshafen hinein, und Spass macht das wirklich keinen. Wenigstens dürfen wir ab Friedrichshafen wieder naturnäher radeln: vor Eriskirch gibt wieder eine Naturschutzgebiet, und schon sind wir auf der Zielgeraden nach Kressbronn.

Später sitzen wir noch lange unten am See und beobachten, wie die untergehende Sonne das Säntis-Massiv orangerot verfärbt und von links ein bleicher Vollmond emporsteigt. Jetzt sind wir schon so oft hier am See gewesen, aber man findet doch immer wieder neue Fleckchen, die ansprechend und idyllisch sind. Kressbronn gehört mit dazu.