| weiterlesen - zurück zur Titelseite - zurück zur Homepage | |||||||||||||||||||||||||||||
|
Mittwoch, 18.7.2007.
Von Bourbonne-les-Bains nach Combeaufontaine (40 Km) Bourbonne-les-Bains > Genrupt > Voisey > Barges > Cemboing > Jussey > Gevigney > Augicourt > Combeaufontaine Heute tu ich mich dagegen schwer, mich zu verständigen. Der junge Kellner im viel zu grossen Frack versteht meinen Wunsch nach einem Kaffee erst, nachdem ich den Satz ein drittes Mal wiederholt habe. Das liegt aber nicht allein an meinem schlechten Französisch, auch Margrit, die die Sprache recht gut spricht, macht dieselbe Erfahrung. Vielleicht liegt's an der gestrengen Patronin, die das junge Bedienungspersonal anscheinend so einschüchtert, dass die nicht richtig zuhören, oder so. Ausserdem gibt's hier wohl eine strikte Hackordnung: wir sehen auch noch einen (ebenfalls noch sehr jungen) "Oberkellner", der ein arrogantes Gehabe an den Tag legt und vielsagend die Augen verdreht, als Margrit beim Abendessen lediglich Mineralwasser trinken möchte und ich ein einzelnes Glas Wein bestelle. Das muss er noch lernen, der junge Mann. Dass der Gast König ist und sich gute Restaurants dadurch auszeichnen, dass man den Gast höflich das bringt, was er sich bestellt hat, möge es nun der Normalität entsprechen oder nicht. Vor allen Dingen muss man sich enthalten, dem Gast seine eigene Meinung darüber zu zeigen. Basta! Die Unterkunft in Combeaufontaine ist die nächst gelegene im Logis de France Verzeichnis. Das Hotel wirbt mit einem Gartensitzplatz. Deswegen, auch weil wir nach unseren beiden Ruhetagen eine kurze Etappe fahren wollten, um unsere Gesundheit zu testen, haben wir uns dafür entschieden. Was wir nicht wussten: der Gartensitzplatz ist zwar wirklich recht nett, allerdings liegt das Hotel direkt an der Kreuzung zwischen der N 19, also der Route Nationale, und der ebenfalls viel befahrenen D 70/D 54. Und der Garten liegt leider zur Strassenseite hin und es ist wegen des Strassenlärms einfach kaum auszuhalten. Schade. Welch ein Kontrast zur Ruhe der letzten Tage! Das Hotelrestaurant hat wohl wegen der Künste des Chefkochs ein paar Auszeichnungen erhalten und deswegen tut auch die Wirtin so wichtig. Auch das ein Gegensatz zu Bourbonne-les-bains. Dort sind wir heute Morgen mit Handschlag verabschiedet worden, mit besten Wünschen für die nächsten Reisetage. Jedenfalls bekomme ich dann doch meinen Kaffee serviert und kann nun die Eindrücke des Tages zu Papier bringen. Heute war die erste von noch drei Etappen, die uns in Richtung Basel bringen sollen. Wahrscheinlich werden wir es bis Belfort schaffen und dort den Zug nehmen, damit wir Freitagabend wieder zuhause sind. Die D 460 führt uns aus Bourbonne-les-bains heraus. Wir begleiten den kleinen Bach, der durch Bourbonne fliesst und in dem wir auch die Schlange beobachtet haben. Schön flach ist dieser Abschnitt, kaum Strassenverkehr, man kann das Radfahren ohne jegliche Einschränkung geniessen. Kurz nach Genrupt biegen wir links ab auf die D 123, hier wird es noch ruhiger. Bis Barges radeln wir durch eine stille Landschaft, die durch ein Flüsschen namens Mance geprägt wird. Zwischen Barges und Cemboing gibt's dann das erste Mal an diesem Tag Arbeit für das kleine Kettenblatt, als wir eine Hügelkette überwinden müssen. Dafür geht's dann auf der anderen Seite auch wieder bergab und wir rauschen im Karacho bis nach Jussey. Dann akzeptieren wir einfach den dichteren doch halbwegs erträglichen Verkehr auf der D 3 und später auf der D 54 und radeln im stetigen Auf und Ab auf kerzengeraden Strassen bis nach Combeaufontaine und sind enttäuscht, dass wir hier nicht wie gewohnt ruhig unterkommen, wo doch der Ort nur ein paar hundert Einwohner zählt. Dass das Hotel in der Dorfmitte und damit an der Hauptstrasse liegen könnte, das ist unserer Planung einfach entgangen bzw. wir hatten vermutet, dass man dort alles nach hinten hinaus verlegt hat. Wie es ja auch bei den übrigen Häuser der Fall ist: die Fassaden der Häuser zeigen dem Betrachter ein sprödes Gesicht, aber auf der der Strasse abgewandten Seite gibt's dann die Gärten und das Leben scheint hier dann abzulaufen. Wer könnte diesen Strassenlärm auch auf Dauer ertragen? |
||||||||||||||||||||||||||||
| weiterlesen - zurück zur Titelseite - zurück zur Homepage | |||||||||||||||||||||||||||||