Montag, 9.7.2007. Von Montbeliard nach Pont-les-Moulin (62 Km)

Montbeliard > Voujeaucourt > Berche > Etouvans > Colombier-Fontaine > St. Maurice-Colombier > Colombier-Chatelot > Blussans > L'Isle-sur-les-Doubs > Appenans > Mancenans > Soye > Clerval > Roche-les-Clerval > Hyevre-Magny > Villers-St. Martin > Pont-les-Moulins

Da wir gestern doch so schön bequem und von weissen Schildern mit grüner Schrift begleitet hinein nach Montbeliard rollen durften, noch dazu auf asphaltiertem Radweg, vermuten wir für die Ausfahrt aus der Stadt und für die Weiterfahrt am Kanal natürlich dasselbe. Liegt ja irgendwie nahe, diese Vermutung. Aber so früh am Morgen, obwohl mit einem gewissen Quantum an Kaffee gedopt, ist das Lesen und folgerichtige Interpretieren von Wegweisern halt so eine Sache. Jedenfalls landen wir nach einem Weilchen in einem Schrebergarten Arreal, wo uns ein Gärtner erstmal die Leviten lesen will. Na ja, nicht wirklich. Aber er dämpft unseren Optimismus bezüglich ein ruhigen, verkehrsfreien Weiterfahrt am Fluss und schickt uns zurück, auf dass wir die Landstrasse nähmen, denn der Radweg ist hier noch nicht ausgebaut. Dann halt eben doch die grosse Ausfallstrasse, die D 436. Ein paar Kilometer weiter versuchen wir's nochmals mit einem Dammweg, landen aber nach einem Kilometer im Innenhof eines Schleusenwärterhäuschens. Also wieder umkehren und wieder zurück. Irgendwann, bei ca. Voujeaucourt geben wir's dann auf und bleiben auf der grossen Strasse.

Kurz nach Berche kehren wir dem Schwerverkehr dann endlich den Rücken und biegen nach links in die kleine Strasse ein, die nach Etouvans führt und schon wartet ein langer Anstieg auf uns. Rein in das kleine Örtchen und auf der anderen Seite wieder heraus und schon rollen die Räder wieder bergab bis nach Colombier-Fontaine, einem heiter wirkenden kleinen Städtchen mit einem Lebensmittelladen und einem Strassencafé, das gerade recht kommt. Der Wirt fragt uns, ob wir genügend Wasser in unseren Trinkflaschen haben oder ob er sie uns füllen soll… So lacht die Sonne nicht nur aussen - das Wetter ist heute nachgerade ideal - sondern auch von innen und es radelt sich eine Weile lang angenehm auf ruhiger Strasse (es ist die D 257) parallel zum Doubs dahin, der wiederum parallel zum Canal du Rhône au Rhin zu fliessen scheint.

Bei Blussans wartet erneut eine Steigung auf uns, bevor wir hinunter nach L'Isle-sur-les-Doubs fahren. Also irgendwie haben wir uns vor sechs Jahren anders an L'Isle-sur-les-Doubs heran gepirscht. Unten im Tal oder so. Jedenfalls kann sich keiner von uns an diese Strasse über die Hügel erinnern - und da wir damals gegen Ende einer Tagesetappe hier ankamen und schon reichlich müde waren, wären uns diese Höhenmeter bestimmt in Erinnerung geblieben. Die Stadt jedenfalls hat sich auf den ersten Blick kaum verändert, sie wirkt noch genauso wie damals, auch die morbid/idyllische Häuserzeile direkt am Fluss.

Appenans…Mancenans…Soye…die Strasse macht einen weiten Bogen, wir klettern wieder, denn unten am Fluss gibt es leider keine angenehmere Alternative. Nur selten gelingt zwischen dem Buschwerk und den Wäldern ein Blick in die Ferne. Endlich führt die Strasse wieder zurück zum Flusstal, das wir bei Clerval erreichen. Auf der Brücke über den Doubs und auf der anderen Seite erstmal wieder ein paar Meter hinauf, bevor wir auf kleiner und dann kleinster Strasse nach Roche-les-Clerval radeln. Hier beginnt der landschaftlich sehenswerteste Abschnitt dieses heutigen Tages.

Recht eng ist das Tal geworden, es wird von den Mischwald-Hügeln begrenzt, deren Hänge zusehends steiler zum Doubs hin abfallen. Bei Hyevre-Magny wenden wir uns etwas ins "Landesinnere", um unser Hotel in Pont-les-Moulins anzusteuern - die D 331 führt uns über leicht welliges Weideland. Leider will das Wetter überhaupt nicht mehr mitspielen: bei Villers-St. Martin geht ein Platzregen nieder, und zwar dermassen, dass an ein Weiterfahren erstmal gar nicht zu denken ist und wir uns schleunigst unter ein Scheunendach stellen. Dabei war das Wetter heute eigentlich in Ordnung. Es war sogar ideales Velowetter: zwar kühl am heutigen Tag, aber trocken, nicht zu windig, wir sind gut voran gekommen. Doch jetzt scheint sich das zu ändern. Auch als der Regen aufhört, schieben sich weiterhin dunkle Wolken vom Horizont auf uns zu und wir beeilen uns auf diesen letzten Kilometern, um noch vor dem finalen Guss unsere Unterkunft zu erreichen, was uns auch wirklich auf die Minute genau gelingt.