Samstag, 14.7.2007. Von Bèze nach Langres (56 Km)

Bèze > Bourberain > Chazeuil > Sacquenay > Cusey > Dardenay > Choilley > Dommarien > Piepape > Villegusien > Percy-le-Pautel > Longeau > Cohons > Saints Geosmes > Langres

Bèze wäre schon ein Ort, um den einen oder anderen Tag zu vertrödeln. Idyllische kleine Fleckchen gibt's da genug, wo man, vielleicht mit einem Buch in der Hand, oder einfach nur dem Plätschern der Fluten lauschend, die Zeit mit süssem Nichtstun könnte vergehen lassen. Das tun wir aber nicht. Im Gegenteil: gleich zu Beginn des heutigen Tages strampeln wir wieder hinauf auf das Plateau des Langres (Bèze liegt unten in einem Tal) und verschwinden dort oben erneut im wogenden Weizenmeer. Weites Land, sag ich nur! Auch hier wird extensiv Getreideanbau betrieben und die Bauern sind mit ihrem riesigen High-Tech-Maschinen mit dem Einbringen der Ernte beschäftigt. Auch wenn der Anblick dieser weiten Flächen auf Dauer etwas eintönig wird - für ein Weilchen ist das schon auch auf eine bestimmte Art und Weise grandios. Besonders wenn man aus der Enge einer Flusslandschaft kommt. Von der Ferne aus gesehen wirken diese gelben Felder wie ein Gabeh-Teppich, besonders wenn der Wind die Halme biegt und dadurch eine Schattenwirkung mit leicht changierenden Farben entsteht.

Als der Tag voranschreitet steigen auch die Temperaturen. Wir treffen auf das Flüsschen Vingeanne (das eigentlich eher ein Bach ist, aber trotzdem der Gegend hier einen Namen gibt: Pays de Vingeanne) und auf den Canal de la Marne à la Saone. Um die Mittagszeit sind wir in Villegusien. Dort gibt es einen Stausee. Hier jetzt eine Unterkunft am See finden und den Rest des Nachmittags in der Sommerhitze dösen…das wär's doch! Gerade jetzt, wo um die Mittagszeit doch eh immer der Wunsch nach Siesta aufkommt und der gleissende Mittagshimmel jede Energie aufzusaugen scheint. Pustekuchen. Einen Campingplatz gibt's sehr wohl, sogar mit einer Ferienhaussiedlung ausgestattet. Aber irgendwie passt das nicht. Es ist niemand an der Rezeption, um bezüglich einer Unterkunft in einem der Chalets zu informieren und angesichts der auf einer Schautafel angeschriebenen Preise suchen wir dann doch relativ schnell das Weite.

Seit circa Cusey sind wir nun im Tal der Vingeanne geradelt, aber jetzt, bei Cohons, gilt es erneut eine harsche Steigung hinauf auf's Plateau des Langres zu erklimmen. Irgendwann sind wir oben, dann rollen wir durch ein Gewerbegebiet, das zum Ort Saints Geosmes gehört und bald darauf befinden wir uns in der Innenstadt von Langres.

Als wir im Cheval Blanc einchecken und es uns grad gemütlich machen, fällt der Blick auf eine Spinne in Tarantelgrösse. Uff…solche Kaliber in unseren Breiten? Leider sind die Wände so hoch, dass man das Tier nicht mit unserer üblichen Methode ins Freie setzen kann - also ein Glas drüberstülpen, ein Blatt Papier zwischen Wand und Glas und dann hinaus mit dem Krabbeltier ins Freie - also muss halt doch das Personal anrücken. Und da kennt man leider keine Gnade, auch wenn das mit diesem Job beauftragte Dienstmädel erstmal ob der Grösse der Spinne erschrickt. Ich mag's gar nicht recht mit ansehen, wie das Tier mit dem Staubsauger entsorgt wird. Gleichzeitig wissen wir genau, dass wir uns nicht wirklich wohl fühlen würden, wenn das Tier frei im Zimmer herumlaufen würde. Warum hat der Mensch so ein zwiespältiges Verhältnis zu Spinnen? Wo kommt das her?