So müde wie heute waren wir schon lange nicht mehr. Als wir in Worms die Räder abpacken und das Gepäck auf unser Zimmer tragen, rinnt der Schweiss in Strömen. Die Hitze und der Gegenwind während der letzten Stunden haben uns schliesslich doch geschafft. Das meiste, was mir über die heutige Tagesetappe im Gedächtnis geblieben ist, hängt mit unserem ungewollten Umweg zusammen. Bei der Umfahrung von Ludwigshafen geraten wir nämlich recht grob ins Off, als uns bei einer Baustelle die Beschilderung abhanden kommt. Irgendwann können wir uns auch nicht mehr auf dem schmalen Kartenausschnitt unseres blauen Radreiseführers lokalisieren und radeln halt aufs gerade Wohl auf den Autostrassen Richtung Norden, bis wir endlich dann doch wieder auf die offizielle Rheinroute stossen. Ansonsten - ich weiss, ich wiederhole mich - unterschied sich die heutige Tour nicht sonderlich von den letzteren.
 

Im Laufe des Nachmittags sind wir also in Worms angekommen. Die Stadt enttäuscht uns zuerst, da wir ein Pendant zu Speyer erwartet hatten. Doch Worms hat eben im Krieg recht gelitten, weswegen man kein in sich geschlossenes historisches Stadtbild zu sehen bekommt. Der Dom ist trotzdem interessant und sehr sehenswert und so manches Relikt aus früheren Epochen ist erhalten geblieben - mir fällt da eine Jugendstilfassade in der Fussgängerzone ein. Und abends, als wir lange an der Rheinpromenade sitzen, gewinnen wir der Stadt doch noch viel ab. Bloss die Nibelungensage müssen wir wieder mal nachlesen, denn diesbezüglich haben wir Gedächtnislücken.

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