Heute haben wir mehr Kontakt mit dem Rhein. Fängt schon in Worms an, wo wir unten an der Rheinpromenade starten. In Rheindürkheim, ein paar Kilometer weiter, bauen sie eine Bühne auf, da wird man am kommenden Pfingstwochenende wohl feiern. Die Anwohner an der Uferstrasse haben hier wirklich eine schöne Aussicht auf den Fluss. Wie die wohl mit den Hochwassern umgehen? Bis kurz vor Oppenheim radeln wir in Ufernähe, irgendwo auch mal für eine längere Zeit auf einem eher nicht so gut befahrbarem Feldweg. Der Wind ist wieder mal gegen uns und bläst frisch von vorne. Das ist eben eine Begleiterscheinung der momentanen Ostwetterlage, die uns dafür aber auch viel Sonnenschein beschert.

Allmählich verändert sich die Landschaft, es wird hügeliger und bei Oppenheim sieht man die ersten Weinberge. Eigentlich gäbe es da auch eine Kirche zu besichtigen, imposant auf einem Hügel thronend, schon von weitem sichtbar. Doch bei der Hitze können wir uns einfach nicht dazu befinden, die paar Höhenmeter - es sind die ersten seit einer Woche - in Angriff zu nehmen. Willkommen ist uns dagegen das Café neben einem Sportplatz, wo die einheimische Jugend ein Sportfest feiert.

Ab Nierstein begleitet uns dann die Weinkultur. Etwas erhöht und parallel zur Bundesstrasse radeln wir am Fusse eines Weinberges entlang. Das stellt einen willkommenen Szenenwechsel dar. Die Landschaft hat plötzlich wieder Struktur. Zwischen Nackenheim und Mainz wird das Flusstal zwar erneut breiter, doch begleiten uns nun Hügelketten links und rechts des Flusses. Auf der Einflugschneise nach Mainz wird sowohl der Auto- als auch der Veloverkehr dichter, was uns eigentlich gar nichts ausmacht, denn wir sind erst mal auf die Zimmersuche fokussiert.
 

In Mainz angekommen, im Hotel eingecheckt, stellen wir fest, dass wir heute überhaupt keine Lust verspüren, uns in den urbanen Trubel zu stürzen. So entscheiden wir uns gegen eine Stadtbesichtigung und verbringen stattdessen den Rest des Tages an der Rheinpromenade. Es ist nämlich für uns Binnenländer durchaus kurzweilig, den Schiffsverkehr auf dem Fluss zu beobachten. Was da so alles vorbei tuckert. Wo die wohl alle hinwollen? Abends wird es mit dem frischen Ostwind ziemlich kühl, so dass wir uns irgendwann fröstelnd zurück in unsere Unterkunft begeben.

Es ist Zeit für ein kleines Resümee, denn der erste Teil der Reise ist abgeschlossen. Die Route auf dem Rheinradweg von Strassbourg bis Mainz war schon anders als wir es uns ausgemalt hatten: Mehr Natur und gar nicht mal soviel Industrie.
Morgen soll es mit dem Schiff weitergehen. Die Rheinroute hat im engen Mittelrheintal auf beiden Flussseiten kaum Platz und man ist immer in Sicht- bzw. Hörweite mit den grossen Verkehrsachsen, darauf haben wir keine rechte Lust. Zudem bietet eine Schifffahrt eben auch einen anderen Blickwinkel auf die Landschaft, wie wir von unserer Fahrt durch die Wachau her wissen.

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