So mag ich das: nach Etappenende mit einem Radler (ich meine natürlich das Getränk) in der Badewanne liegen, die Klamotten des Tages à la Crocodile Dundee gleich mitwaschen und die Fahrt nochmals Revue passieren lassen…

Wir sind in Huningue angekommen, auf französischem Boden, und haben das Gefühl, jetzt fange der Urlaub erst so richtig an. Der Ort liegt zwar nur einen Katzensprung hinter Basel und man ist noch inmitten des Industrie- und Gewerbegürtels, gleich neben den Anlagen der grossen Chemiekonzerne, mais: on parle français...

Erneut ist uns der Wettergott wohlgesonnen: wechselnd bewölkt und trocken ist es den ganzen Tag über, obwohl die Vorhersage auf Schauerwetter lautete. Laufenburg ist der erste Programmpunkt auf der heutigen Tagesordnung. Die Stadt ist malerisch an die beiden Flussufer geklebt und man findet schon bei der Annäherung und erst recht dann bei der Durchquerung immer wieder interessante Blickwinkel. Ein paar Kilometer danach mündet irgendwo ein kleineres Flüsschen in den Rhein und sein Mündungsgebiet scheint ein idealer Rückzugsort für Schwäne zu sein, ihrer Anzahl nach zu schliessen. Der Wind schiebt uns erneut den Rheinradweg entlang und lässt Getreidefelder wogen. Man findet hier schon auch ab und zu recht ruhige Passagen, doch ganz ohne Konfrontation mit dem Strassenverkehr geht es im engen Flusstal natürlich nicht ab. Und stellenweise hört man sogar die Autobahn von der anderen Flussseite herüber.

In Bad Säckingen besichtigen wir das Münster, das erste von zahlreichen Sakralbauten auf dieser Reise. Barock, so üppig es nur geht, eigentlich nicht unser Lieblingsbaustil, aber doch recht beeindruckend. Die Vorfreude auf eine Kaffeepause in einem Strassencafé erfüllt sich hier leider nicht, dafür sind wir noch zu früh dran. Also weiter. In Rheinfelden wird am Rhein grossräumig gebaut, renaturiert,

 

und man kann jetzt schon sehen, wie das alles einmal aussehen soll. Die flussaufwärts ziehenden Fische werden sich über die Fischtreppen freuen und wie man unlängst gelesen hat, finden auch Lachse wieder den Weg in ihre ursprüngliche Laichgründe.

Unsere in Bad Säckingen ausgefallene Pause wird dann der Rheinfeldener Fussgängerzone nachgeholt, inzwischen ist es Zeit für ein richtiges Mittagessen geworden. Eingedenk der Tatsache, dass die Stadtdurchfahrt von Basel Körner kosten wird, greifen wir ganz herzhaft zu. Danach sind wir bald im Einzugsbereich der grossen Stadt, rollen über den Fluss und lassen uns von den Radwegweisern hinüber nach Frankreich lotsen. Am frühen Nachmittag kommen wir dann in Huningue an, machen Siesta und erkunden die Umgebung noch per Pedes. Dabei sorgt eine Gartenzwergsammlung in der Nähe unserer Unterkunft für Amüsement. Auch ein Statement. Und ein Kontrast zu den fantasievollen Tierskulpturen, die wir kurz vor Basel im Garten eines Bildhauers gesehen haben. Als ich vom Zaun aus die Zwergenkolonie fotografiere lädt uns eine ältere Dame zum Eintreten und zur näheren Besichtigung ihres Lebenswerkes (?) ein, aber das schlagen wir dann doch lieber aus. Am Schluss bekäme man noch einen Zwerg aufgedrängt und wüsste nicht, wohin damit.

Abends spricht mich der Hotelier an. Er plant zur Zeit die Anschaffung zweier Falträder und darf das Birdy ausgiebig Probe fahren. Auch so einer, bei dem sich Velos ansammeln. Ein Liegerad, ein paar Oldtimer, ein Rennvelo und jetzt soll eben auch noch was Faltbares den Fuhrpark vervollständigen. Schön, dass man ab und zu auf Gleichgesinnte trifft.

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