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| Wir
müssen/sollen/wollen heute bis Colmar kommen, da wir in Neuf-Brisach
und Umgebung, der nächsten Stadt auf der Rheinroute, keine Übernachtung
auftreiben konnten. Colmar liegt zwar etwas abseits unserer Ideallinie,
aber an diesem verlängerten Wochenende quillt das Elsass vor Touristen
nur so über, da muss man eben sehen, wo man bleibt. In Huningue beginnt auch der Canal de Huningue, den wir von anderen Reisen her kennen. Der Weg entlang des Kanals stellt eine gute Möglichkeit dar, um naturnah und autofrei aus der Basler Agglomeration heraus zu kommen. Früher erschien er uns - wie alle kerzengeraden Kanalwege - auf Dauer langweilig und eintönig, eine Durststrecke eben. Heute ist das etwas anders, denn wir haben die Petite Camargue Alsacienne für uns entdeckt, ein Naturschutzgebiet. Da kann man zum Beispiel auf Aussichtspunkten einen Blick auf die Wildnis werfen oder das Besucherzentrum aufsuchen. Wir tun das allerdings etwas oberflächlich, weil es uns bei diesem herrlichen Sommerwetter vorwärts treibt. Aber man könnte ja mal im Herbst, während des Vogelzuges, hier für ein Wochenende anreisen - mit dem Zug ist das nur ein Katzensprung von Zürich. Wir kommen am Yachthafen von Kembs vorbei und verlassen den Kanal bei der Schleuse in Niffer. Auf einer Brücke haben ein paar Liegeradler - ein verkleidetes Velomobil, ein Trike und noch ein anderer Lieger - ihren Treffpunkt. Ich bin diesmal mit dem Aufrechtrad ja gewissermassen inkognito unterwegs und grüsse etwas verschämt. Und dann sind sie da, die typisch französischen Strassen: Alleebäume, kaum Verkehr. Leider fehlt der 2 CV und/oder der Alte auf dem Fahrrad mit dem Baguette zwischen den Zähnen äh quer auf dem Gepäckträger. Doch diese Zeiten sind wohl vorbei. Enten sieht man kaum mehr, höchstens das ein oder andere still vor sich hinrostende Wrack neben einer Scheune. Der Wind ist heute kein Thema, dafür ist es schwülwarm geworden - daran muss man sich erst mal gewöhnen. Wir lassen uns Zeit und gleiten gemütlich durch die Lande, rollen durch |
Ortschaften wie
Bantzenheim, Fessenheim, Dessenheim und Sundhoffen, immer mit Blick
auf die Vogesen links neben uns, auf deren Höhen man noch Schneefelder
sieht. Allmählich kommen wir der Stadt näher. |
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