![]() |
| Wir
sitzen in Lollar vor einer Eisdiele und lassen uns einen leckeren Erdbeerbecher
munden. Leider bemerken wir den zweiten und ruhigeren Gastgarten auf der
Hinterseite des Gebäudes zu spät und so lassen wir uns eben
vom Verkehr auf der Durchgangsstrasse beschallen. Ich weiss gar nicht,
warum wir heute so lustlos sind. Nun, zu einer Radreise gehören eben
auch Tage mit weniger Motivation. Aber heute rollt es einfach gar nicht
gut, das muss man einfach feststellen. Dabei liegt schon gut die Hälfte unseres Tagespensums hinter uns. Zuerst haben wir Wetzlar Adieu gesagt, wo verschiedene Arbeitertrupps schon seit dem frühen Morgen mit dem Aufbau für den Hessentag beschäftigt waren. Dann sind wir der Beschilderung Richtung Giessen gefolgt, der nächsten Stadt auf unserer Route. Wieder die Nähe zu grossen Verkehrsachsen, die sich hier kreuzen oder parallel zueinander verlaufen. Vor Heuchelheim schickt man den Radler einen kleinen Hang hinauf, mit dem Vorteil, dass man für eine Weile etwas ruhiger dahingleiten kann und eine etwas erhöhte Sicht auf das Flusstal hat. Das sah heute im Gegenlicht richtig gut aus. Von Giessen bekamen wir kaum etwas mit, zumindest von der Innenstadt nicht, denn der Weg bleibt diesseits der Lahn und führt durch Vorortsiedlungen. Mitten am Vormittag waren wir dann in Lollar und besagte Pause war fällig. Nach der Pause, es mag an der Schubkraft des zu uns genommenen Zuckers liegen, wendet sich alles zum Guten. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir hinter Lollar in die Lahnauen eintauchen: Magerwiesen, Weiden am Fluss, das noch frische Grün der Getreidefelder und etwas mehr Ruhe. Hier macht das Radfahren plötzlich wieder Spass und Lust und Laune kehren zurück. Diese Sommerfahrt durch die Lahnauen bezeichnen wir im Nachhinein als eine der schönsten Passagen der Reise. Vor uns taucht irgendwann der Burgberg von Marburg auf, während das Flusstal wieder enger wird und sich die Autobahn zu uns gesellt. Auf der Zielgeraden liegt ein Baggersee, der mit einem Restaurant zum Verweilen einlädt. Da kann man sich noch mal für die Zimmersuche in Marburg stärken. |
Sie, die Zimmersuche
in Marburg, ist schnell erledigt und wir können getrost zur Stadtbesichtigung
schreiten. Wobei wir ehrlich gesagt mittlerweile ein bisschen gesättigt
sind. Colmar, Speyer, Limburg, Wetzlar - wir haben in den letzten Tagen
einige pittoreske Stadtbilder erlebt. Deswegen gestehen wir uns unsere
Besichtigungsmüdigkeit zu und lassen es bei einem oberflächlichen
Rundgang bewenden. Steile Stadt, dieses Marburg, Trepp auf, Trepp ab
ist man da unterwegs und vom Flusslevel bis in die Oberstadt gibt es
sogar einen Aufzug. In einer Kirche sitzt ein älterer Herr an einem
Flügel und spielt "Besame Mucho". Das hab ich so in dem
Zusammenhang auch noch nicht gehört, muss ich ehrlich zugeben.
Auf dem Rathausplatz packt ein Gaukler seine Sachen nach absolvierter
Schicht zusammen und viel Jungvolk, ich nehme an, es sind Studenten,
bevölkert die Strassen. |
|||
| [ zurückblättern ¦ weiterlesen ] | ||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||